Filmprojekte

Die Eisdrachen

Eine inklusive Theatergruppe für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, Corona, Abstand, Regeln ohne Ende – und eine coole Stückidee. All dies führte 2020 zu einem Filmprojekt der besonderen Art.

Die Teilnehmenden konnten und durften sich teilweise gar nicht oder nur in sehr kleinen Gruppen live vor Ort begegnen um zu proben. Wie sollte man unter den Umständen ein Theaterstück auf die Beine stellen? Mit dieser Frage wandte sich die Regisseurin und Gruppenleiterin Charlotte Baumgart an mich. Wir entwickelten gemeinsam ein Konzept, wie wir das von der Gruppe geplante Theaterstück „Die Eisdrachen“ digital realisieren können. Entstanden ist ein filmisches Experiment: Wie beim „richtigen“ Film wurden Szenen unabhängig voneinander gedreht, teilweise mussten wir sogar die Szenen aufteilen und die unterschiedlichen Perspektiven separat filmen. Für die Darstellerinnen und Darsteller war das eine zusätzliche Herausforderung, denn sie wussten nie, was die anderen schon gemacht hatten.

Viel Vorstellungsvermögen, Phantasie und Kraft waren nötig – aber am Ende ist ein poetischer Film entstanden, der die Kälte und Distanz der Corona-Zeit ebenso einfängt wie die Energie und Freude der Darstellerinnen und Darsteller – eine aussergewöhnliche, fast magische Idee bringt am Ende Hoffnung und Erlösung.

Dahin wie ein Schatten

Wie kann man heute Jugendlichen das Thema Holocaust vermitteln und gleichzeitig in ihre Welt bringen? Hat das Thema – und wenn ja – was hat es heute noch mit uns und den Jugendlichen zu tun? Wie können wir uns dem nähern?

Initialisiert durch das Lehrer*innen-Team Günter Knebel, Andrea-Finke-Schaak und Uta Düppe – ging ich gemeinsam mit den Theaterpädagog*innen Knut Winkmann, Sascha Mink und Janina Blohm-Sievers sowie Schülerinnen und Schülern zweier Schulen aus Ratekau und Timmendorfer Strand diesen Fragen auf den Grund.

Gemeinsam haben wir dabei das Schicksal von vier jüdischen Familien aus Lübeck in den Fokus gerückt. Die Schülerinnen und Schüler haben eine Reise in die Vergangenheit gestartet und sich mit Hilfe von theatralen Mitteln emotional diesen Familien genähert. Mit mutigen Szenen und starken Texten, Experimenten, eindrücklichen Statements und kreativen Ideen begeben sich die Jugendlichen auf Spurensuche und hinterlassen dabei selbst Spuren zum Nachdenken.

Entstanden ist ein Film, der Jugendliche, aber auch Erwachsene inspiriert, sich mit dem Thema aus einer neuen, lebensnahen Perspektive zu beschäftigen.

Die Science Fiction Oper

Zwei Außerirdische landen auf der Erde und merken sehr schnell, dass dort irgendetwas nicht stimmt. Liegt es an den Mensch´n, an ihnen selbst oder haben da noch andere Lebewesen ihre – tja was bloß – im Spiel? Ob es M und T so gelingen kann, ihre Klangmission zu erfüllen?

Die 2021 neu entstandene Produktion „Science Fiction Oper“ der Taschenoper Lübeck konnte (aus bekannten Gründen) leider nicht live durchstarten. Und so entwickelten wir ein Konzept, wie wir die Suche der beiden Raumfahrer*innen von einem anderen Stern nach der bei  ihnen abhanden gekommenen Musik anders einfangen konnten. Das Stück thematisiert zusätzlich Abstand und Nähe – eine elementare Frage in einer verdrehten Zeit.

Die Taschenoper Lübeck lebt in besonderer Weise von der Interaktion mit den Kindern, sie werden jedes Mal in die Stücke hineingezogen und eingebunden. Dies in einer „Offline-Variante“ umzusetzen war die Herausforderung dieses Projektes. Mit filmischen Mitteln haben wir die Suchperspektive der Darsteller*innen so unmittelbar eingenommen, dass die Kinder-Zuschauer*innen (mindestens) so in die Handlung hineingezogen wurden wie bei einer Live- Theateraufführung. Die direkte Ansprache der Zuschauer*innen und ihre Interaktion mit den Darsteller*innen sollte für die digitalen Theaterbesucher*innen genauso erlebbar werden wie bei einer live- Performance.

Ludwig van Beethovens Liederzyklus «An die ferne Geliebte» bildet die musikalische Grundlage für eine mysteriöse Kommunikationsverwirrung zwischen Darsteller*innen und Publikum.
für zwei Sänger*innen, Piano und zwei Thereminis

Besetzung:
Musikalische Bearbeitung: Julian Metzger
Libretto: Margrit Dürr
Regie: Sascha Mink
Musikalische Leitung: Carl Augustin
M und Theremini: Margrit Dürr
T und Piano: Tobias Hagge

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